Blog/General

EU- vs. China-Supplier im Dropshipping: Unterschiede für deutsche Shops

9 min readPublished: 31. Januar 2026
EU- vs. China-Supplier im Dropshipping: Unterschiede für deutsche Shops

Einleitung

Die Wahl des richtigen Suppliers ist eine der zentralen Entscheidungen im Dropshipping. Sie beeinflusst nicht nur Lieferzeiten und Kosten, sondern auch Kundenzufriedenheit, Retourenquoten und langfristige Skalierbarkeit eines Online-Shops.

Für den deutschen Markt ist diese Entscheidung besonders sensibel. Kunden in Deutschland haben klare Erwartungen an Transparenz, Verlässlichkeit und Service. Gleichzeitig stehen Shop-Betreiber vor der Frage, ob sie auf kostengünstige China-Supplier, auf EU-Supplier oder auf eine Kombination aus beiden setzen sollten.

Dieser Artikel ordnet die Unterschiede sachlich ein. Ziel ist keine Empfehlung, sondern eine realistische Entscheidungsgrundlage für deutsche Dropshipping-Shops.

Was bedeutet „EU-Supplier“ und „China-Supplier“ im Dropshipping?

Im Dropshipping werden Begriffe wie „EU-Supplier“ oder „China-Supplier“ oft verkürzt oder missverständlich verwendet. In der Praxis ist nicht der Firmensitz entscheidend, sondern vor allem der Standort des Warenlagers.

Ein EU-Supplier bedeutet in vielen Fällen:

  • Lagerstandort innerhalb der Europäischen Union
  • Versand aus EU-Ländern wie Deutschland, Polen, Tschechien oder den Niederlanden
  • kürzere Lieferzeiten innerhalb Europas

China-Supplier hingegen sind häufig:

  • Hersteller oder Händler mit Lagerstandorten in China
  • Anbieter mit sehr breitem Produktsortiment
  • stärker preisgetrieben, aber mit längeren Versandwegen

Wichtig ist: Ein Anbieter mit chinesischem Firmensitz kann durchaus EU-Lager betreiben. Umgekehrt gibt es europäische Zwischenhändler, die ausschließlich aus China versenden. Für die Shop-Praxis zählt daher weniger das Label, sondern die tatsächliche Lieferkette.

Lieferzeiten und Kundenerwartungen in Deutschland

Lieferzeiten sind einer der häufigsten Gründe für Kaufabbrüche, Support-Anfragen und negative Bewertungen. Besonders im deutschen Markt ist die Erwartungshaltung klar ausgeprägt.

Viele Kunden sind geprägt durch:

  • 1–3 Werktage Lieferzeit
  • transparente Versandinformationen
  • verlässliche Tracking-Updates

EU-Supplier können diese Erwartungen oft besser erfüllen, da:

  • der Versand innerhalb der EU erfolgt
  • keine Zollabwicklung für Endkunden sichtbar ist
  • Lieferzeiten meist zwischen 2 und 5 Werktagen liegen

China-Supplier bieten zwar günstige Einkaufspreise, arbeiten aber häufig mit:

  • Lieferzeiten von 10 bis 20 Tagen
  • variierenden Versanddienstleistern
  • eingeschränkter Transparenz beim Tracking

Für Dropshipping-Shops bedeutet das: Lange Lieferzeiten sind nicht per se ein Ausschlusskriterium, erhöhen aber den Kommunikationsaufwand und das Risiko von Stornierungen deutlich.

EU-Logistikzentrum mit sortierten Paketen in neutralem Lagerumfeld.

Retouren, Service und Vertrauen

Retouren sind im Dropshipping ein strukturelles Thema – unabhängig vom Supplier-Standort. Dennoch unterscheiden sich EU- und China-Supplier deutlich in der praktischen Abwicklung.

Bei EU-Suppliern:

  • sind Rücksendeadressen innerhalb der EU üblich
  • können Rücksendungen kostengünstiger abgewickelt werden
  • sind Bearbeitungszeiten oft kürzer

Bei China-Suppliern:

  • sind Rücksendungen nach Asien häufig unwirtschaftlich
  • entstehen längere Bearbeitungszeiten
  • müssen alternative Lösungen gefunden werden (Teilrückerstattungen, Ersatzlieferungen)

Für den Shop-Betreiber bedeutet das: Je weiter der Supplier vom Zielmarkt entfernt ist, desto wichtiger wird ein klar definiertes Erwartungsmanagement gegenüber dem Kunden. Unklare Prozesse führen schnell zu Vertrauensverlust.

Vertrauen entsteht dabei weniger durch den günstigsten Preis, sondern durch:

  • nachvollziehbare Abläufe
  • schnelle Reaktionen im Support
  • konsistente Kommunikation

Preisstruktur und Margen – ein realistischer Vergleich

Ein häufiger Irrtum im Dropshipping ist die Annahme, dass günstige Einkaufspreise automatisch zu höheren Gewinnen führen. In der Praxis spielen deutlich mehr Faktoren eine Rolle.

China-Supplier bieten oft:

  • sehr niedrige Produktpreise
  • große Auswahl
  • flexible Mindestbestellmengen

Demgegenüber stehen jedoch zusätzliche Kostenfaktoren: → längerer Supportaufwand → höhere Stornoquoten → potenzielle Rückerstattungen

EU-Supplier sind in der Regel:

  • teurer im Einkauf
  • eingeschränkter im Sortiment
  • stabiler in der Abwicklung

Die tatsächliche Marge ergibt sich daher nicht nur aus dem Produktpreis, sondern aus dem Gesamtprozess:

  • Wie viele Support-Anfragen entstehen?
  • Wie hoch ist die Rücksendequote?
  • Wie stark leidet die Conversion bei langen Lieferzeiten?

Ein günstiger Einkaufspreis kann sich schnell relativieren, wenn der operative Aufwand steigt.

Zwischenfazit (ohne Abschluss)

Bis hier zeigt sich: Die Wahl zwischen EU- und China-Suppliern ist keine einfache Kostenfrage. Sie betrifft Logistik, Kundenwahrnehmung und interne Prozesse gleichermaßen. In der zweiten Hälfte des Artikels geht es daher um rechtliche Rahmenbedingungen, Skalierbarkeit und mögliche Hybrid-Modelle.

Rechtliche und organisatorische Unterschiede (ohne Rechtsberatung)

Im Dropshipping wird der rechtliche Rahmen häufig unterschätzt. Dabei geht es weniger um juristische Details, sondern um organisatorische Klarheit und saubere Prozesse.

Für Shops mit EU-Suppliern ist die Lieferkette in der Regel:

  • transparenter
  • einfacher zu dokumentieren
  • besser nachvollziehbar für Endkunden

China-Supplier erfordern hingegen:

  • klar definierte Informationsketten
  • eindeutige Versand- und Lieferkommunikation
  • ein höheres Maß an Eigenverantwortung beim Shop-Betreiber

Entscheidend ist nicht, jedes Detail selbst zu beherrschen, sondern: → zu wissen, woher das Produkt kommt → wie lange es realistisch unterwegs ist → wer im Problemfall reagiert

Unklare Lieferketten führen nicht automatisch zu Problemen – sie erhöhen aber das Risiko von Missverständnissen und Vertrauensverlust.

Skalierbarkeit: Was funktioniert langfristig besser?

Skalierbarkeit im Dropshipping bedeutet nicht nur mehr Umsatz, sondern auch mehr Prozesse, mehr Support und mehr Verantwortung.

China-Supplier ermöglichen häufig:

  • schnelle Produkttests
  • breitere Sortimente
  • flexible Produktwechsel

Mit wachsendem Volumen zeigen sich jedoch Grenzen:

  • steigender Supportaufwand
  • mehr Lieferverzögerungen
  • höhere Abhängigkeit von einzelnen Anbietern

EU-Supplier sind meist weniger flexibel, bieten aber:

  • stabilere Prozesse
  • bessere Wiederkaufsraten
  • geringere operative Komplexität

Für viele Shops ist daher nicht die kurzfristige Marge entscheidend, sondern die Frage: Wie gut lässt sich das Modell mit wachsendem Bestellvolumen kontrollieren?

Business-Analyse mit Diagrammen und visualisierter Supply Chain.

Kombination aus EU- und China-Suppliern – sinnvoll oder riskant?

In der Praxis arbeiten viele Dropshipping-Shops mit sogenannten Hybrid-Modellen. Dabei werden:

  • Testprodukte über China-Supplier bezogen
  • bewährte Produkte später über EU-Lager angeboten

Diese Kombination kann sinnvoll sein, erfordert aber klare Strukturen:

  • saubere Produktkennzeichnung
  • transparente Lieferzeiten
  • konsistente Kommunikation im Shop

Typische Risiken entstehen, wenn:

  • Kunden unterschiedliche Lieferzeiten nicht nachvollziehen können
  • Support nicht zwischen Lieferketten unterscheidet
  • Prozesse nicht dokumentiert sind

Ein Hybrid-Modell ist kein Selbstläufer, kann aber funktionieren, wenn es bewusst geplant wird.

Wie strukturierte Plattformen bei der Supplier-Auswahl unterstützen können

Die größte Herausforderung im Dropshipping ist nicht der Mangel an Suppliern, sondern die fehlende Übersicht.

Plattformen wie Horpion helfen dabei, passende Produkte zu identifizieren und nach nachvollziehbaren Kriterien einzuordnen.

Gerade bei der Frage EU- vs. China-Supplier ist es hilfreich:

  • Lieferwege zu vergleichen
  • Produktverfügbarkeit realistisch einzuschätzen
  • nicht nur nach Preis zu entscheiden

Für Shop-Betreiber, die sich tiefer mit Lieferketten beschäftigen möchten, bieten strukturierte Übersichten zu Anbietern einen guten Ausgangspunkt.

Wer gezielt nach Anbietern innerhalb Europas sucht, kann zusätzlich auf spezialisierte Übersichten zurückgreifen.

Der Vorteil solcher Ressourcen liegt nicht im Versprechen von Erfolg, sondern in besserer Entscheidungsgrundlage.

Fazit: Welche Supplier-Strategie passt zu welchem Shop?

Es gibt keine pauschal richtige Wahl zwischen EU- und China-Suppliern.

China-Supplier können sinnvoll sein:

  • in der Testphase
  • bei preissensiblen Produkten
  • bei klar kommunizierten Lieferzeiten

EU-Supplier bieten Vorteile:

  • bei langfristigem Markenaufbau
  • bei hohen Service-Erwartungen
  • bei wiederkehrenden Kunden

Entscheidend ist, dass die Supplier-Strategie zum eigenen Shop, zur Zielgruppe und zu den internen Ressourcen passt. Dropshipping ist weniger ein Produkt-, sondern ein Prozessmodell.

Frequently Asked Questions

Sind EU-Supplier immer besser für deutsche Kunden?
Nicht zwangsläufig. Sie bieten oft kürzere Lieferzeiten, sind aber nicht in jedem Geschäftsmodell notwendig.
Lohnt sich Dropshipping mit China-Suppliern noch?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Besonders bei Tests oder klarer Kommunikation kann es funktionieren.
Wie wichtig sind EU-Lager wirklich?
Sie können Vertrauen und Conversion positiv beeinflussen, sind aber kein Muss für jedes Produkt.
Kann man beide Modelle kombinieren?
Ja, sofern Prozesse, Lieferzeiten und Support sauber getrennt und transparent kommuniziert werden.